Eigentlich hatte ich erwartet, dass „Wenn es besser ist zu gehen“ mir vor allem dabei hilft, die Frage nach Trennung oder Bleiben einzuordnen. Das tut das Buch auch, aber anders, als ich gedacht hatte.
Beim Lesen ging es für mich weniger darum, am Ende eine Antwort zu finden. Vielmehr habe ich gemerkt, wie viele Dinge man im Alltag einfach hinnimmt, ohne sie wirklich zu hinterfragen. Einige Fragen aus dem Buch fand ich ziemlich unbequem. Nicht, weil sie besonders kompliziert waren, sondern weil sie einen dazu bringen, ehrlich zu sich selbst zu sein.
Ich habe das Buch an zwei Abenden gelesen und danach tatsächlich noch eine Weile darüber nachgedacht. Vor allem der Gedanke, dass man sich manchmal so sehr auf die Beziehung konzentriert, dass die eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund rücken, ist bei mir hängen geblieben.
Nicht jedes Kapitel hat mich gleichermaßen angesprochen. Manche Abschnitte waren für meine Situation hilfreicher als andere. Das hat meinen positiven Gesamteindruck aber nicht verändert.
Was ich besonders mochte: Die Autorin wirkt nicht belehrend. Ich hatte nie das Gefühl, dass sie eine bestimmte Entscheidung bevorzugt oder den Leser in eine Richtung drängen möchte. Stattdessen werden verschiedene Blickwinkel aufgezeigt und man kann für sich selbst herausfinden, was davon relevant ist.